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Leber und Lebermetastasen

Bis vor etwa 30 Jahren galt die Leber als ein nahezu inoperables Organ, da ihre Anatomie schlecht verstanden wurde und Operationen an der Leber mit starken Blutungen verbunden waren. Erst die auf anatomischen Grundlagen basierende Einteilung der Leber in Lappen und Segmente (insgesamt 8) machten die Leberchirurgie zunächst möglich, dann sicher und insgesamt heutzutage sehr erfolgreich.

Zu den gutartigen Erkrankungen der Leber zählen Zysten, Hämangiome (Blutschwämme) und Adenome (z. B. FNH = fokalnoduläre Hyperplasie), zu den bösartigen Lebererkrankungen zählen das primäre Leberzellkarzinom (HCC) und das von den Gallengängen ausgehende cholangiozelluläre Karzinom (CCC). Die Leberzirrhose stellt grundsätzlich keinen Grund für eine Operation an der Leber dar, es sei denn, das ganze Organ müsste ersetzt werden (Lebertransplantation). Häufiger als in der Leber entstandene Tumoren (Primärtumoren) sind Lebermetastasen, also Absiedlungen bösartiger Tumoren mit Hauptsitz in anderen Organen.

Beispiele für Lebererkrankungen, die operativ behandelt werden müssen:

  • Zysten
  • Hämangiome (Blutschwämme)
  • Echinokokkus (Parsasitenbefall)
  • Adenome ( z. B. fokal noduläre Hyperplasie, FNH)
  • Primäres Leberzellkrazinom (HCC)
  • Cholangiozelluläres Krazinom (CCC)
  • Lebermetastasen
  • Leberverletzungen (z. B. Bauchtrauma)

In der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie kommen alle Verfahren der Leberchirurgie zur Anwendung. In Zusammenarbeit mit der Radiologie besteht eine ausgezeichnete präoperative Diagnostik, die bereits eine sehr exakte Planung der Leberoperation ermöglicht. Durch dreidimensionale Rekonstruktion computertomographischer oder magnetresonanz-tomographischer Bilder kann der Lagebezug operativ zu entfernender Strukturen zu den übrigen Teilen der Leber identifiziert werden. In den meisten Fällen ist es bereits möglich und sinnvoll, den Tumor CT-gesteuert oder Ultraschall-gesteuert zu punktieren, um durch die Gewinnung von Tumorgewebe eine exakte Diagnose bereits vor der eigentlichen Operation vorzunehmen. Ebenfalls CT- oder Ultraschall-gesteuert können weitere interventionelle Maßnahmen vorgenommen werden, z. B. die Ableitung stark erweiterter Gallengänge nach außen oder die Einbringung eines Shunts bei extremem Pfortaderhochdruck. Dadurch kann der eigentliche operative Eingriff zu einem späteren Zeitpunkt unter günstigeren Bedingungen durchgeführt werden.

An operativen Eingriffen können somit atypische Teilresektionen, aber auch komplexe Lebereingriffe durchgeführt werden bis zur erweiterten Hemihepatektomie. Dabei kommt dem Patienten (und dem Chirurgen) die große Regenerationsfähigkeit der Leber zugute. Es stehen modernste Methoden zur Durchtrennung des Lebergewebes und zur Blutstillung zur Verfügung:

  • Ultraschalldissektor (Harmonic Scalpell, ACE- und Waveschere)
  • Argonbeamer
  • Habib-Sealer (Verschweißung von Lebergewebe vor dessen Durchtrennung)
  • CUSA Ultraschall-Skalpell (Cavitron Ultrasound Surgical Aspirator)

Neben den operativen Verfahren stehen weitere Methoden wie die Radiofrequenz-Ablation (RFA) zur Verfügung, um Lebermetastasen zu zerstören. Alle (chirurgischen) Krebsbehandlungen der Leber sind eingebettet in ein individualisiertes Konzept der Tumorbehandlung, ggf. mit prä- und postoperativer Anwendung zusätzlicher hochmoderner Krebsmedikamente.