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Blinddarm (Appendix)

Der Blinddarm bzw. Wumfortsatz ist ein 5 bis 10 cm langes Anhängsel am aufsteigenden Dickdarm. Seine Funktion ist weitgehend unbekannt. Da Millionen Menschen nach Blinddarmoperationen ohne Probleme leben, ist der Verlust dieses Organs offensichtlich unproblematisch.

Blinddarmentzündungen zählen zu den häufigsten chirurgischen Krankheitsbildern, sie können in jedem Alter vorkommen und bieten ein uneinheitliches Beschwerdebild, je nachdem, ob es sich um eine akute oder eine chronische Entzündung handelt. Typischerweise klagt die Patientin bzw. der Patient zunächst über einen diffusen Bauchschmerz, der sich dann im rechten Unterbauch lokalisiert. Die ärztliche Untersuchung des Bauchraumes, ergänzt durch Ultraschall und Blutbildanalysen, führen normalerweise bereits zur Diagnose. Bei gesicherter Appendizitis ist die Entfernung des Wurmfortsatzes die einzig sinnvolle Therapie. Auch bei uncharakteristischen, jedoch wiederholt auftretenden rechtsbetonten Unterbauchbeschwerden kann eine orientierende Bauchspiegelung erforderlich sein, bei der in der Regel der Wurmfortsatz entfernt wird.

Die Blinddarmentfernung geschieht am Klinikum Bielefeld überwiegend in Schlüssellochtechnik, hierbei werden über zwei bis drei Minischnitte im Unterbauch Spezialinstrumente eingeführt. Der Wurmfortsatz kann dann in einem Bergebeutel aus der Körperhöhle entfernt werden. Auch bei der offenen Technik wird auf gute kosmetische Ergebnisse großen Wert gelegt, meist kann der kleine Hautschnitt noch im Slip- oder Bikinibereich platziert werden. Nur bei maximal fortgeschrittenen Entzündungen oder einem unklaren Krankheitsbild (Bauchfellentzündung, Perforation) kann ein in die Mittellinie gelegter Unterbauchschnitt erforderlich sein.

Der operative Eingriff wird in der Regel problemlos vertragen, insbesondere, wenn er in Schlüssellochtechnik durchgeführt wurde. Die Entlassung kann meist schon ab dem zweiten postoperativen Tag ins Auge gefasst werden, der gesamte Genesungsprozess erstreckt sich selten über mehr als zwei Wochen.