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Nachruf - Ehemaliger Chefarzt Prof. Horst Kuhn verstorben

Horst Kuhn wurde 1940 im ehemaligen Mähren geboren. Tod des Vaters 1943, Vertreibung seiner Familie 1946 nach Bayern. Schulzeit in Rosenheim und Germering bei München bis zum Abitur 1960.

Er absolvierte sein Medizinstudium von 1960 bis 1966 in München, Wien und Düsseldorf und schloss dieses mit der Approbation als Arzt und Promotion in München ab. Seine ärztliche Tätigkeit begann er ab 1968 als Wissenschaftlicher Assistent am Pathologischen Institut der Universität Düsseldorf, 1970 Wechsel als Fortbildungsassistent zum Arzt für Innere Medizin und Kardiologie in die Medizinische Klinik B, Schwerpunkt Kardiologie (Direktor Prof. Dr. Franz Loogen). Dort habilitierte er für das Fach Innere Medizin 1975. Von 1974 bis 1982 war er dort als Oberarzt tätig. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt lag auf der Diagnose und Therapie von Herzmuskelerkrankungen.

1982 erfolgte die Berufung zum Chefarzt der II. Medizinischen Klink mit Schwerpunkt Kardiologie und Nephrologie an die damaligen Städtischen Krankenanstalten Bielefeld. Nachdem er bei Übernahme der Klinik am 01. Januar 1982 mit 12 Ober- und Assistenzärzten in den alten Klinikgebäuden begann, entwickelte er die Abteilung  nach Einzug in das neu erbaute Klinikum Mitte im August 1987 und bis zu seinem Ausscheiden 2005 zu einer hochmodernen, kardiologischen Klinik mit 7 Ober- und 20 Assistenzärzten. Die rasch fortschreitenden kardiologischen Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten des akuten Herzinfarktes mittels Herzkathetertechnik wurden frühzeitig eingeführt. Mit Ersatz des veralteten Herzkatheterlabors durch zwei hochmoderne Herzkatheterlabore 1998 in neuen Räumlichkeiten wurde die lückenlose kardiologische Notfall-Versorgung der Bielefeld Bürger gesichert.

Die von Horst Kuhn maßgeblich mit entwickelte, überregional beachtetete und bahnbrechende neue Behandlung einer Herzmuskelerkrankung (sog. TASH) wurde nach ersten vorbereitenden Schritten 1991 im Jahr 1994 in der Klinik eingeführt und von ihm und seinen Mitarbeitern zur Reife gebracht, sodass die Klinik eine der weltweit führenden Abteilungen auf diesem Behandlungsgebiet wurde und bis heute ist. Die Ergebnisse wurden von ihm und seinen Mitarbeitern in zahlreichen Originalartikeln in nationalen und internationalen kardiologischen Zeitschriften veröffentlicht und auf internationalen Kongressen berichtet.

Frühzeitig wurden weitere neue kardiologischen Techniken eingeführt: die Kathetertechnik zur Diagnostik und Behandlung von Herzrhythmusstörungen, die kardiale Kernspin-Diagnostik, die Dopplersonografie des Herzen und die Implantation von neuen, komplexen Herzschrittmachersystemen.
Die zunehmende Bedeutung der Kardiologie in der Inneren Medizin und auf der Intensivstation, sowie der große Zustrom an kardial erkrankten Patienten aus Bielefeld und Umgebung machte die Umwandlung der Medizinischen Klinik II in die Klinik für Kardiologie und Nephrologie, sowie die Übernahme der Verantwortung für die medizinische Intensivstation notwendig.
Ein schmerzhafter und nicht zu behebender Mangel war für Horst Kuhn das Fehlen einer Klinik für Herzchirurgie in Bielefeld. Alle seine Bemühungen liefen ins Leere, auch für die Bürger Bielefelds als letzter Großstadt in Deutschland diese Behandlungsmöglichkeit ohne risikobehaftete Notfalltransporte zu erreichen.
Er engagierte sich in zahlreichen standespolitischen und wissenschaftlichen Gremien innerhalb Deutschlands und Europas.

Im April 2005 übergab er die wohlgeordnete und erfolgreiche Klinik seinem Nachfolger, dem Kardiologen Prof. Dr. Christoph Stellbrink von der Universität Aachen.
Neben seinem großen Engagement für die Klinik widmete er seine knappe freie Zeit der Begleitung des künstlerischen Weges seiner Frau Veronika und seinen Töchtern Saskia und Jessica.
Mit dem Beginn des Ruhestandes ließ er sich in Planegg bei München nahe seinen Töchtern und der Familie seiner Frau nieder. Mit seiner Frau baute er sich eine zweite Heimat in ihrem Landhaus in der italienischen Provinz Marken auf.
Seine beiden letzten Lebensjahre wurden durch eine schwere, chronische Erkrankung erschwert. Am 20.12.2019 verschied er in München friedlich im Beisein seiner Frau in seinem Haus in Planegg bei München.

Wir verlieren in ihm eine große Persönlichkeit mit vielfältigen Qualitäten, Fähigkeiten und Interessen und werden seiner in Ehren gedenken.

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