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Verletzungen im Bereich Hüfte und Oberschenkel

Schenkelhalsfraktur

Durch die steigende Zahl älterer Menschen in unserer Gesellschaft und dem zunehmenden Knochenabbau bei Menschen ab einem Lebensalter von 75 Jahren steigt auch die Zahl an Knochenbrüchen. Besonders häufig ist der Bereich um das Hüftgelenk betroffen. Das bedeutet für die Expert*innen in unserer Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie im Klinikum Rosenhöhe eine tägliche Herausforderung, die Gehfähigkeit und Mobilität der Unfallverletzten, meist älteren Patient*innen so weit wie möglich wieder herzustellen.

Frakturverlauf bei der Schenkelhalsfraktur am Modell

Bei einer Schenkelhalsfraktur verläuft der Bruch unmittelbar unterhalb des Hüftkopfes. Je nach Bruchverlauf (Pauwels Klassifikation) und Grad der Verschiebung (Garden Klassifikation) kommen sowohl den Bruch stabilisierende Verfahren mit Erhalt des körpereigenen Hüftkopfes, als auch kopfersetzende Operationsverfahren (künstliches Hüftgelenk) zur Anwendung. Immer ist das Ziel, ein stabiles, belastbares Hüftgelenk herzustellen, da das Hüftgelenk selbst schon beim Aufrichten aus der liegenden Position im Bett mit annähernd Körpergewicht belastet wird.

Die operative Versorgung der Fraktur wird innerhalb von 24 – 48 Stunden nach stationärer Aufnahme angestrebt. Bei der Vorbereitung zur Operation müssen insbesondere die oft bereits vorhandenen Erkrankungen und die verordneten Medikamente der meist älteren Patient*innen berücksichtigt werden.

In der weiteren Rehabilitation, ist es wichtig, nach dem Sturz erneut das Gehen wieder zu erlernen und Zutrauen wiederzufinden.
Die in vielen Fällen vorhandene altersbedingte Kalksalzminderung (Osteoporose) der Knochen als auch ein möglicherweise erhöhtes Sturzrisiko sollte durch weitere unterstützende Maßnahmen angegangen werden.
Durch die enge Zusammenarbeit mit der Geriatrischen Klinik im Hause bestehen hier besonders gute Möglichkeiten der Weiterbehandlung.

Petrochantäre Fraktur

Die Faktur verläuft zwischen dem Großen Rollhügel (trochanter major) mit den Ansätzen des gluteus medius und minimus (Streckung und Abspreizung der Hüfte) und dem Kleinen Rollhügel (trochanter minor), an dem der Ileopsoas (Hüftbeugung) ansetzt. Die Patient*innen können nach dem Sturz mit starken Schmerzen in der Hüftregion in den meisten Fällen nicht mehr stehen oder gehen.
Wenn im Rahmen der Notaufnahme eine solche Verletzung festgestellt wird, ist in nahezu allen Fällen eine Operation unumgänglich und wird unter Berücksichtigung der Medikamente und der weiteren Erkrankungen innerhalb von 24 bis maximal 48 Stunden durchgeführt.

Das Ziel der Operation ist die möglichst anatomische Einrichtung des Bruches und stabile Schienung meist mit Hilfe eines in den Markraum des Knochens eingebrachten Nagels. Dieser stabilisiert dann den eingerichteten Bruch, so dass dieser ausheilen kann. In ausgewählten Fällen kann bei einfachen Brüchen auch eine Dynamische Hüftschraube bei ausgeprägter Zertrümmerung ein künstliches Gelenk notwendig sein.
Es wird angestrebt, dass die Osteosynthese so stabil ist, dass eine umgehende Mobilisation möglich ist.

Eine frühzeitige Rehabilitation und Mobilisation nach einem hüftnahen Bruch ermöglicht sekundäre Erkrankungen wie Druckstellen, Thrombosen und Lungenentzündungen zu vermeiden und so erneut im Verlauf den Mobilitätsstatus und Lebensstil vor dem Sturz wieder zu erreichen.

Die Rehabilitation ist dabei durch die Zusammenarbeit eines multidisziplinären Teams gekennzeichnet. Neben Team der Pflege auf Station kümmern sich unsere Physiotherapeut*innen mit Lymphdrainage, Kräftigungsübungen und Mobilisationsanleitungen ebenso um die Patient*innen wie unser Sozialdienst. Dieser berät über weitere häusliche Hilfen, organsiert wenn notwendig eine Rehabilitation oder Hilfsmittel für zu Hause.
Für die älteren Patient*innen kann durch die Zusammenarbeit mit der Geriatrischen Klinik im Hause eine geriatrische Komplexbehandlung eingeleitet werden.

Periprothetische Frakturen

Brüche, die rund um bereits eingebrachte künstliche Gelenke entstehen, werden als Periprothetische Frakturen bezeichnet. Sie sind durch die Lagebeziehung zu dem jeweiligen künstlichen Implantat gekennzeichnet und können nach dem Unified Classification System (UCS) eingeteilt werden.

Bei einer immer älter werdenden Bevölkerung und der steigenden Anzahl von künstlichen Gelenken ist eine zunehmende Anzahl solcher Brüche zu beobachten. Ungefähr 3/4 der periprothetischen Frakturen entstehen durch Niedrigenergie- und Bagatelltraumata in Verbindung mit lokalen Risikofaktoren, wie Implantatlockerung, oder systemischen Risikofaktoren, z.B. Osteoporose.

Prävention kann insbesondere bei älteren Menschen durch eine Sturzprophylaxe betrieben werden. Der multimodale Ansatz (= vielschichtig) versucht, die patientenseitigen Risiken, wie schlechtes Sehen oder ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus sowie Umgebungsaspekte (Stolperkanten in der Wohnung, etc.) neben einem entsprechenden Gleichgewichtstraining zu optimieren.

Unterschieden werden die unterschiedlichen Verletzungstypen insbesondere im Hinblick auf die Stabilität der einliegenden Gelenkkomponenten. Bei Brüchen mit noch stabilen Gelenkkomponenten ist eine reine Knochenbruchversorgung (Osteosynthese) unter Berücksichtigung der Verankerungsmöglichkeiten im Knochen möglich.

Bei Ausbruch und damit Destabilisierung der Gelenkkomponenten muss ein Wechsel der Gelenkkomponenten und die gleichzeitige Stabilisation des Bruches durchgeführt werden.

Ziel der chirurgischen Therapie ist die zeitnahe Operation und die sofortige Vollbelastung. Hierfür stehen verschiedene Implantate bzw. Revisionsprothesen zur Verfügung. Die Kenntnis des einliegenden Implantates (Prothesenpass) ermöglicht ein angepasstes Vorgehen.

Die Nachbehandlung erfolgt häufig in Zusammenarbeit mit der Getriatrischen Klinik im Hause.