Diese Website verwendet Cookies. Wir verwenden diese, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie geben Einwilligung zu unseren Cookies, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.

Mehr Informationen

Oberarmkopffraktur

Brüche des Oberarmkopfes entstehen durch Sturz auf die Schulter oder indirekt auf den ausgestreckten Arm. Sie sind die dritthäufigsten Knochenbrüche bei Patient*innen über 60 Jahren. Bei zunehmendem Alter können auch schon leichtere Abläufe zum Bruch des oftmals dann osteoporotisch veränderten Knochens führen.

Die meisten dieser Brüche sind nicht verschoben und können ohne Operation behandelt werden. Nach einer kurzen Ruhigstellungsphase, in der die anfänglichen Schmerzen behandelt werden, wird schrittweise mit einer Schultergelenksmobilisation begonnen. In der frühen Phase sind Pendelübungen am hängenden Arm sinnvoll. Die weitere zunächst passive Mobilisation (jemand führt den Arm) und nachfolgen aktiv-assistive Behandlung sollte physiotherapeutisch unterstützt werden.

Bei verschobenen Brüchen wird regelmäßig eine Computertomographie durch uns angelegt, um den Typ des Bruches und die Knochenqualität zu bestimmen. Ziel ist es, die Beteiligung der einzelnen anatomischen Bereiche – Kopfkalotte, großer und kleiner Rollhöcker (Tuberkulum majus und minus), Halsregion – genau einschätzen zu können. Je mehr Knochenteile betroffen sind und je stärker die Verschiebung ist, desto schwerwiegender die Verletzung. Dabei spielt z.B. das Ausmaß der Verschiebung eine entscheidende Rolle für die Zerstörung der Durchblutung von einzelnen Knochenanteilen.

Die operative Behandlung muss einerseits der/dem Patient*in und anderseits der Verletzung Rechnung tragen. Auch die oftmals älteren Patient*innen haben einen Anspruch auf eine gute und schmerzarme Schulterfunktion.

Frakturen des Tuberkulum majus mit Fallbeispiel

Die Verschiebung des Tuberkulum majus sollte nicht mehr als 3-5mm betragen. Der Zug der Supraspinatus- und Infraspinatussehne führt zu einer Verschiebung des Knochenfragmentes. Dadurch wird einerseits der Platz unter dem Schulterdach eingeengt und anderseits stimmt das Sehnengleichgewicht um den Oberarmkopf herum zur Zentrierung des Schultergelenkes nicht mehr.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits kleine Verschiebungen zu vermehrten Beschwerden führen können. In diesen Fällen führen wir einen arthroskopisch gestützten Eingriff unter Röntgenkontrolle durch. In den meisten Fällen wird dabei ein 4-6cm langer Schnitt angelegt, um eine exakte Einpassung und Stabilisation zu ermöglichen.

Fallbeispiel: Schulterluxationsverletzung

Die Verletzung:
Eine 48-jährige Rechtshänderin zog sich eine rechtseitige Schulterluxationsverletzung mit mehreren kleinteiligen Ausrissen der Sehnenplatte (Rotatorenmanschette) am Oberarmkopf zu.

Die Versorgung:
In einer ersten Operation wurde zeitnah zum Unfall arthroskopisch gestützt das Gelenk untersucht und die ausgerissenen Knochen und Sehnenanteile an die richtige Stelle wieder mit Schrauben fixiert. Im Verlauf heilten die Knochen und Sehnenausrisse gut ein. Es konnte noch keine freie Beweglichkeit der Schulter kurzfristig erzielt werden.

In einem zweiten Eingriff, ca. 6 Monate nach dem ersten Eingriff, erfolgte dann nach Einheilung der Sehnen und Knochenanteile die Entfernung der Schrauben und die Lösung von Verklebungen zur Verbesserung der Beweglichkeit.

„Ich wußte gleich von Anfang an, dass ich wohl noch einen zweiten Eingriff brauchen würde. Das hatte Dr. Schildknecht mir erklärt. Die Schrauben könnten stören und es käme häufiger bei solchen Behandlungen zu Verklebungen. Nach dem zweiten Eingriff konnte ich dann recht bald meine Schulter völlig frei bewegen und habe durch das Training dann meinen Arm wieder richtig gut einsetzen können."

2-4 Fragment Frakturen

Je nach Bruchtyp und Verschiebung erfolgt die Einrichtung offen (unter Sicht) oder (seltener) geschlossen unter Röntgendurchleuchtung. Das Ziel ist die normale Form des Oberarmkopfes mit seinen Sehnenansätzen wiederherzustellen und so stabil zu fixieren, dass alsbald eine Mobilisation der Schulter erfolgen kann.  Dabei ist es wichtig, möglichst die umgebenden Weichteile nicht noch durch die Operation zusätzlich stark zu schädigen.
Die Stabilisation der Oberarmkopfbrüche ist durch die kleinen Knochenfragmente und die oftmals geschwächte Knochensubstanz (teils Unfallfolge, teils Osteoporose) schwierig. Die große Gelenkfläche des Oberarmkopfes kann nicht für die Stabilisation herangezogen werden.

Es kommen daher meist winkelstabile Titanplatten in Kombination mit Zugentlastungen mittels Fäden zum Einsatz. Die Knochendefekte werden insbesondere bei älteren Patient*innen oft mit Knochentransplantationen ausgeglichen. Neben den Platten kommen bei den einfacheren Brüchen auch Nägel zur Anwendung.

Trümmerbrüche

Die Rekonstruktion einer Oberarmkopffraktur stößt dann an ihre Grenzen, wenn bei den stark verschobenen Brüchen die unterbrochene Durchblutung im weiteren Verlauf keine Heilung des Knochenbruches erwarten lässt. Grenzen finden sich auch bei starker Beteiligung der Gelenkfläche und bei sehr ausgeprägter Osteoporose.

In diesen Fällen setzen wir zur Behandlung ein künstliches Schultergelenk (meist Inverse Prothese) ein. Dabei werden die Sehnenansätze regelmäßig an der Prothese (spezielle Frakturepiphyse) refixiert und so bei Einheilen eine verbesserte Funktion und Stabilität des Gelenkes erzielt.