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Umstellungsosteotomien

Wenn Sie genauer hinschauen werden Sie feststellen, dass unsere Beine nicht immer gerade sind, sondern sowohl O- Beinstellungen als auch X-Beinstellungen vorkommen. Drehfehlstellungen sind oftmals nicht so einfach sichtbar.
Solche abweichenden Ausrichtungen können sowohl angeboren als auch erworben im Rahmen von Unfällen oder Wachstumserkrankungen sein und führen zu einer Fehlbelastung von Gelenken mit frühzeitiger Abnutzung des vermehrt belasteten Gelenkabschnittes. Sehr oft ist hiervon das Kniegelenk betroffen.

Bei der O-Beinfehlstellung kommt es zu einer vermehrten innenseitigen Kniebelastung mit vorzeitigem Verschleiß in Form von Knorpelverlust und Innenmeniskusschäden auf der Innenseite des Kniegelenks. Das X–Bein begünstigt demgegenüber den Verschleiß auf der Außenseite des Kniegelenkes.
Grundsätzlich ist das Behandlungsziel die überlasteten Gelenkabschnitte zu entlasten und die noch intakten gegenseitigen Gelenkabschnitte entsprechend einer normalen Achsenausrichtung zu belasten.
Umstellungsosteotomien könne auch als Behandlungsoption bei Kniegelenksinstabilitäten sowie bei Stabilitätsproblemen oder Abnutzungsproblemen der Kniescheibe in Frage kommen.

Konservatives Vorgehen

Mit Hilfe von Schuheinlagen mit einer Innenrand oder Außenranderhöhung kann versucht werden einen ersten Effekt auf die Beschwerden zu simulieren. Ebenso lässt sich ein solcher Effekt mit Hilfe spezieller Kniegelenksorthesen, die das Knie jeweils in die gerade Ausrichtung durch seitlichen Druck drängen. Die Alltagstauglichkeit einer solchen Orthese ist jedoch begrenzt.

Operatives Vorgehen

Um eine operative Umstellungsosteotomie durchzuführen, muss eine sorgfältige Planung anhand von Röntgenbildern ggf. sequentiellen CT – Untersuchungen erfolgen. Wir führen diese Planungen computerunterstützt durch und simulieren am Rechner den entsprechenden Effekt. Dabei gilt es unterschiedliche Aspekte mit einzuplanen:

  • Ort der Fehlstellung - Oberschenkel, Unterschenkel
  • Art der Osteotomie – z. B. öffnende, schließende, Rotations-, Pendelosteotomien
  • Zu erwartende Knochenheilung
  • Implantatwahl (Platten, Nägel, Fixateur)

Im Rahmen der Operation wird dann anhand der Planung mit ihren Parametern wie Korrekturwinkel, Abstand von der Gelenklinie, Implantatlage diese umgesetzt und radiologisch überprüft.
Mit Hilfe der modernen Implantate kann in den meisten Fällen eine unmittelbare Übungsstabilität und Teilbelastungsfähigkeit an Unterarmgehstützen erzielt werden.

Der Effekt einer Umstellungsosteotomie entwickelt sich im Verlauf und ist nicht unmittelbar gleich komplett spürbar. Erst nach Lastaufnahme und Umgewöhnung des Beines auf die neue Belastung und Lastverteilung kommt der therapeutische Effekt zustande. Dies kann meist erst nach 3-6 Monaten beurteilt werden. Ziel ist es den stark fortschreitenden Verschleiß deutlich auf ein Normalmaß zu verzögern und eine alltagstaugliche Gelenkfunktion herzustellen. Bei gutem Verlauf kann das Gelenk länger als 10 Jahre ohne das Einsetzen eines künstlichen Gelenkes auskommen.

Komplikationsmöglichkeiten Umstellungsosteotomie

Es handelt sich um einen künstlichen Knochenbruch, der erneut heilen muss. Alle Zustände, die die Knochenbruchheilung negativ beeinflussen, sollten möglichst präoperativ verändert werden. Hier sind verschiedene Medikamente zu berücksichtigen, die ggf. in Absprache mit ihrem behandelnden Arzt reduziert oder zeitlich begrenzt ausgesetzt werden können. Besonders muss dabei das Rauchen als negativer Faktor herausgestellt werden. Bis zu 25% Knochenbruchheilungsstörungen konnten in Reihenuntersuchungen bei Rauchern festgestellt werden.