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Zentrum für Frauenheilkunde

In dem vom Land Nordrhein-Westfalen zertifizierten und offiziell anerkannten Interdisziplinären Brustzentrum des Klinikum Bielefeld werden jährlich über 250 Patientinnen mit einem neu diagnostizierten Brustkrebs betreut. Das Brustzentrum gehört zu den wenigen Zentren, das alle Belange der Behandlung von Brustkrebs (Diagnostik und Therapie) unter einem Dach anbietet. Das bedeutet, dass eine betroffene Frau ganzheitlich von einem eingespielten Team betreut wird.

In dem gynäkologischen Team des Zentrums für Frauenheilkunde stehen täglich drei Ärzte zur Verfügung, die die Patientinnen von der Diagnosestellung bis hin zur Rehabilitation betreuen. Befunde werden sehr zeitnah erstellt und mit der Patientin ausführlich und verständlich besprochen. Eine moderne Datenverarbeitung gibt den Patientinnen und allen Ärzten des gesamten Teams jederzeit Einblick in alle wichtigen Befunde.

Das Zentrum für Frauenheilkunde verfügt über eine hochmoderne Diagnostik mit hochauflösendem Ultraschall, der es auch ermöglicht, feinste Gangstrukturen der Brustdrüse auch dreidimensional darzustellen (ductale Sonographie / 4D - Sonographie) oder sogar die Härte eines Tumors zu messen (Elastizitätssonographie). Mit der stereotaktischen Vakuumbiopsie können die Teammitglieder sehr schonend und zielgenau auch kleine Veränderungen in der Brustdrüse diagnostizieren und entfernen (sog. Mikrokalk).

Wichtig für betroffene Frauen ist, dass die Operateure des Zentrums für Frauenheilkunde selbst die Diagnostik hervorragend beherrschen und dass damit optimale Voraussetzungen für eine korrekte Operation gegeben sind.

Weitere Informationen zum Zentrum für Frauenheilkunde sind hier erhältlich.

Brustkrebs

In den westlichen Ländern ist Brustkrebs die häufigste bösartige Erkrankung der Frau

Jede 9. Frau erkrankt an Brustkrebs - aber dennoch muss Brustkrebs kein Todesurteil sein.

Prävention und Früherkennung (Screening) helfen dabei - Beratung und spezielle Präventionsprogramme bei Frauen mit familiärer Belastung wurden entwickelt. Die Behandlung des Mamma-Carcinoms in spezialisierten Zentren (Brustzentren) hat in den letzten fünf Jahren dazu beigetragen. Neben Risikofaktoren wie familiärer Belastung, Übergewicht, Ernährungsgewohnheiten und niedriger Geburtenzahl, kommen Stress, Rauchen und mangelnde Bewegung hinzu. Die meisten Tumoren werden von Frauen selbst getastet. Diese Selbstuntersuchung sollte alle vier Wochen, wenn noch vorhanden, nach der Regelblutung erfolgen.

Jede Frau sollte die regelmäßige Prävention, je nach Alter, durchführen:

  • Jährlicher Besuch beim Frauenarzt im Sinne von Vorsorgeuntersuchungen
  • Ab 50 Jahren alle 2 Jahre Mammographie
  • Teilnahme am Mammographie - Screening

Symptome:

  • Tumor: Neu aufgetreten Rötung der Brust und Hautveränderungen
  • Eingezogene Brustwarze
  • Asymmetrien der Brüste

Sollten solche Veränderungen auftreten, sollten sich Frauen sofort an ihren Arzt wenden.

Auffälligkeiten in Mammographie und Ultraschall sollten durch Spezialisten abgeklärt werden, z.B. durch ultraschallgesteuerte oder röntgenologisch gesteuerte Gewebeentnahmen.
Ist ein Mamma-Carcinom nachgewiesen worden, werden die individuellen Behandlungen besprochen.
Die Therapiemöglichkeiten reichen von einer medikamentösen Behandlung (Chemotherapie oder Antihormontherapie) bereits vor der Operation zur Tumorverkleinerung bis zur Chemo- oder Hormontherapie sowie Bestrahlung nach einer Operation.
Auch bei einer Operation gibt es unterschiedliche Möglichkeiten in Abhängigkeit von der Ausdehnung der Erkrankung.

So besteht die brusterhaltende Therapie (BET) mit Entfernung des Wächter-Lymphknotens und/ oder Entfernung der Lymphknoten in der Achselhöhle - immer mit nachfolgender Bestrahlung -und die unterschiedlichsten Formen der Brustentfernung mit oder ohne sofortigen oder späteren Wiederaufbau der Brust.
Patientinnen sollten sich eingehend über die unterschiedlichen Methoden informieren und eine zweite Meinung einholen.

Brustkrebs ist kein Notfall im medizinischen Sinn, der eine sofortige Operation erforderlich macht. Patientinnen haben die Zeit, über die angebotene Behandlung nachzudenken und ihre Entscheidung zu treffen.
Wichtig ist eine gut durchgeführte Nachsorge, die in der Regel durch den Frauenarzt erfolgt.

Patientinnen sollten sich über Reha Maßnahmen informieren.

  • Psychoonkologische Betreuung finden Patientinnen in allen Brustzentren
  • Selbsthilfegruppen können Unterstützung und Hilfe bieten.
Heutige Operationsmöglichkeiten

Die brusterhaltende Operation ist bei Patientinnen des Interdisziplinären Brustzentrums die am häufigsten durchgeführte Therapie. Dabei wird der Tumor aus der Brust entfernt und die Brust in ihrer ursprünglichen Form belassen. Bei über 80% der Patientinnen ist dies möglich. Sollte ein Tumor diese Möglichkeit einmal nicht zulassen, versucht das Team des Brustzentrums in der Regel durch eine Vorbehandlung des Tumors dennoch eine brusterhaltende Operation zu ermöglichen. Diese sogenannte primär systemische Therapie ist im Interdisziplinären Brustzentrum hochspezialisiert. Eine eigene Studie in Zusammenarbeit mit der Bielefelder Universität erlaubt dabei zukunftsweisende Untersuchungen zur Bekämpfung des Tumors.

Das Interdisziplinäre Brustzentrum verfügt über vielerlei Möglichkeiten, durch brusteigenes Gewebe, auch bei größeren Tumoren, ein onkologisch sicheres und dennoch kosmetisch schönes Ergebnis zu erzielen. Sollte dennoch eine Brustentfernung notwendig werden, muss gerade in dieser Situation auf ein kosmetisch gutes Ergebnis geachtet werden. Das Team des Zentrums für Frauenheilkunde verfügt über eine langjährige und reichhaltige Erfahrung.

Eine Spezialität des Brustzentrums ist die Wiederherstellung einer Brust mit körpereigenem Gewebe. In Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der plastischen Chirurgie wird dieser Eingriff im Interdisziplinären Brustzentrum unter Wahrung der körperlichen Integrität durchgeführt (siehe plastische Chirurgie).

Wächterlymphknoten

Bei der operativen Behandlung des Brustkrebses muss regelhaft nach Absiedelungen von Tumorzellen in den benachbarten Lymphknoten gesucht werden. Um nicht unnötigerweise alle Lymphknoten entfernen zu müssen, wird im Brustzentrum bei allen Patientinnen nach Möglichkeit der sogenannte Wächterlymphknoten untersucht. Das ist der eine (oder auch mehrere) Lymphknoten, welcher, sollte ein Tumor überhaupt streuen, als erster befallen wird. Diese Methode ist im Brustzentrum wegweisend mit etabliert worden. Noch heute kommen zahlreiche Kollegen in das Brustzentrum, um sie zu erlernen. Findet die Pathologie bei sorgfältiger Aufarbeitung keine Tumorzellen im Wächterlymphknoten, müssen keine weiteren Lymphknoten entfernt werden. Damit ist die wichtigste negative Auswirkung einer Brustoperation, die Einschränkung der Beweglichkeit und der Funktion des Armes, fast zu 100% vermieden.

Durch die sehr sorgfältige Operationstechnik ist jedoch auch bei einer notwendigen kompletten Entfernung der Lymphknoten eine Einschränkung der Armfunktion sehr selten.