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Zentrum für Pathologie

Viele Patientinnen, aber bei weitem noch nicht alle, wissen, dass bevor über die Therapie einer Krankheit gesprochen werden kann, eine Gewebeuntersuchung durch den Pathologen vorausgeht.
Seine Diagnose bestimmt Art und Ausmaß der einzuschlagenden Therapie. Das gilt auch für das Mammacarcinom. Zunächst einige Grundbegriffe, die es erleichtern sollen, sich mit den medizinischen Begriffen, die Patientinnen gelegentlich hören, zurechtfinden.

Lobuläres Carcinom
Karzinom, das von den Drüsenläppchen ausgeht.

Ductales Carcinom
Karzinom, das von den Gangstrukturen ausgeht

In situ:
Ein Karzinom, das auf die Drüsenläppchen oder auf die Gangstrukturen beschränkt ist und nicht in angrenzendes Gewebe vordringt (=nicht invasiv).
Carcinoma lobulare in situ = Clis
Ductales carcinoma in situ = Dcis

Alle anderen medizinischen Begriffe werden bei der Vorstellung der einzelnen Menüpunkte erwähnt.

Gesprächsangebot
Sollten Patienten oder Angehörige noch Fragen haben, weitere Erläuterungen brauchen oder einfach noch mehr wissen wollen, so steht der Chefarzt des Institutes für Pathologie, Priv.-Doz. Dr. med. Frank Brasch für ein persönliches Gespräch gerne zur Verfügung.
Um eine vorherige Terminabsprache wird gebeten. Tel.: 05 21. 5 81 - 28 01.

Weitere Informationen zum Institut für Pathologie sind hier erhältlich.

Team des Zentrums für Pathologie

Priv.-Doz. Dr. med. Frank Brasch
Chefarzt des Institutes für Pathologie

Dr. med. Richard Dohmann
Leitender Oberarzt am Institut für Pathologie

Dipl. med. Elke-Sigrun Pieles
Oberärztin am Institut für Pathologie

Dr. med. Frank Schütte
Oberarzt am Institut für Pathologie

Dr. med. Ulrich Hamberger
Facharzt für Herzchirurgie, Facharzt für Pathologie

Dina Ligum
Assistenzärztin

 

Anschrift
Klinikum Bielefeld Mitte
Institut für Pathologie
Teutoburger Straße 50
33604 Bielefeld

Sekretariat
Telefon: 05 21. 5 81 - 28 01
Telefax: 05 21. 5 81 - 28 99

E-Mail
info@klinikumbielefeld.de

Brusterhaltende Excision

Wurde früher sehr radikal operiert, das heißt in der Mehrzahl der Karzinome eine Mammaamputation vorgenommen, so wird heute brusterhaltend operiert, da die statistischen Langzeit-Auswertungen gezeigt haben, dass eine weniger radikale Operation zu gleichen Überlebensergebnissen führt. Für den Pathologen bedeutet dies, dass er alle Resektionsränder untersuchen und den Sicherheitsabstand in Millimeter vermessen muss.

Problematisch wird es, wenn ein Carcinoma in situ entdeckt wird, das heißt, ein Karzinom, das auf die Drüsenläppchen oder auf die Gänge beschränkt ist, also nicht invasiv in das umgebende Gewebe vordringt. Diese Form der Karzinome ist nicht zu tasten, eine Entfernung im Gesunden schwer zu erreichen.

Daraus resultiert, dass Nachexcisionen durchgeführt werden müssen, die zwar belastend für die Patientinnen, aber unabdingbar sind, um eine Entfernung im Gesunden zu erreichen.

Hormonrezeptoren

Bestimmung von Hormonrezeptoren, HER-2/neu und FISH-Test, Proliferationsmarker
Mammakarzinome können Hormone - Oestrogen und Progesteron - bilden. Dies kann am Gewebe immunhistochemisch überprüft werden. Im Institut für Pathologie wird dies routinemäßig an jeder Stanze, an jedem Mammaexcisat, das eingesandt wird, durchgeführt. Eine positive Hormonrezeptoranalyse eröffnet für die Patientin die therapeutische Möglichkeit einer antihormonalen Therapie, die im Vergleich zur Chemotherapie weniger belastend ist.

Im Institut für Pathologie wird ebenfalls immer HER-2/neu (Ergebnis: 0, 1 (negativ), 2 , 3 ) bestimmt. Hier besteht bei positivem Ergebnis gegebenenfalls die Option einer Behandlung mit Herceptin. Fällt das Ergebnis zweifelhaft aus (HER-2/neu 2 ), so wird die sogenannte FISH-Technik angeschlossen (FISH=Fluoreszenz in situ -Hybridisierung). Damit wird die Amplifikation des Gens im Tumor bestimmt. Die Amplifikation von >10 Genen/Zelle gilt als positiv und die Patientin als geeignet für eine Therapie mit Herceptin.
Als Proliferationsmarker wird in der Immunhistochemie Ki67 benutzt, um zu sehen sehen, ob sich die Karzinomzellen schnell oder langsam vermehren.

 

Mamma-Amputat

Eine Amputation muss immer dann durchgeführt werden, wenn das Karzinom eine bestimmte Größe überschritten hat oder wenn eine große in situ Komponente vorliegt. Dann muss es um des Lebens der Patientin willen zur Ablatio mammae kommen.

Ein primärer oder sekundärer Aufbau der Brust ist mit verschiedenen Operationsmethoden in der Regel möglich, die der Patientin vorgestellt werden.

Für den Pathologen ist die Untersuchung eines Mammaamputates sehr aufwendig. Es gilt nicht nur, alle Resektionsränder zu untersuchen, sondern auch exemplarisch die gesamte Brustdrüse. Es gab Mammaamputate, bei denen über 30 Karzinomherde gefunden wurden, teils invasiv, teils auf Läppchen oder Gänge beschränkt.

Schnellschnittuntersuchung

Schnellschnittuntersuchung bedeutet, dass die Patientin im Operationssaal in Narkose liegt, das verdächtige Gewebe herausgeschnitten und einem Boten übergeben wird, der es entweder erst zum Röntgen (falls Mikrokalk beschrieben wurde) und dann in das Institut für Pathologie - oder sofort dorthin bringt.

Ein Facharzt wird gerufen, der das Gewebe anschaut, durchtastet und eine repräsentative Scheibe herausschneidet. Diese wird von einer MTA tiefgefroren, ein etwa 6000stel Millimeter dicker Schnitt wird abgehobelt, gefärbt und dem Facharzt zur Untersuchung am Mikroskop vorgelegt. Die Diagnose wird telefonisch in den Operationssaal durchgegeben.

Danach wird die Operation entweder beendet, weil kein Anhalt für ein Karzinom (Krebs) besteht, oder es wird weiteres Gewebe herausgeschnitten, damit der nötige Sicherheitsabstand erreicht wird.

Diese Untersuchung erspart der Patientin eine zweite Narkose. Die Untersuchung im sogenannten Schnellschnittverfahren ist stark rückläufig, da jetzt versucht wird, an einer Stanzbiopsie, die Diagnose zu stellen. Man weiß also ohne Untersuchung in Narkose, welche Operationstechnik erforderlich sein wird.

Stanzen

Untersuchung von Stanzen / Stereotaktische Stanzen bei Nachweis von Mikrokalk
Dies bedeutet, dass eine dicke Nadel, gegebenenfalls unter radiologischer Kontrolle in den getasteten oder in den mammographisch/ sonographisch (Ultraschall) nachgewiesenen Herd gestochen und ein Gewebszylinder entnommen wird. Dieser Stanzzylinder wird im Institut für Pathologie vermessen und in Serienschnitten aufgearbeitet. Er trägt die Kennzeichnung "eilt", das heißt, er wird für die Diagnostik zeitlich vorgezogen, so dass der Befund am nächsten Morgen zwischen 10.00 Uhr und 12.00 Uhr an die Klinik gefaxt werden kann.

Stereotaktische Stanzen werden immer dann vorgenommen, wenn mammographisch sogenannter Mikrokalk nachgewiesen wurde.

Die Patientin muss für diese Untersuchung auf den sogenannten Fischertisch, auf dem in mehreren Runden unter radiologischer Kontrolle Gewebszylinder entnommen werden. Dies geht so lange, bis aller Mikrokalk verschwunden ist. Dies ist ein modernes Verfahren, welches etwas ungewohnt für die Patientin ist, die auf dem Bauch liegen muss. Allerdings ist es ein schonendes Verfahren, das eine Narkose erspart.