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Was ist Ergotherapie?

Ergotherapie kurz und prägnant zu erklären, ist eine Herausforderung, der sich Ergotherapeuten täglich stellen. Der Wortteil „Ergo“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet Werk, Arbeit oder Handlung. Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, dass die Patienten wieder selbstständig werden und persönlich bedeutungsvolle Alltagshandlungen durchführen können.

Was bedeutet das für den Fachbereich Geriatrie?
Die ergotherapeutische Arbeit im Fachbereich Altersmedizin wird vor allem durch die altersbedingten körperlichen und geistigen Einschränkungen der Klienten bestimmt. Die Einschätzung erreichbarer und auf die individuelle Situation abgestimmter Therapieziele nimmt in der Arbeit mit dem alten Menschen eine herausragende Rolle ein.

Was machen Sie genau, wenn ein Patient zu Ihnen in die Therapie kommt?
Um das zu erklären möchte ich einige Beispiele nennen. Stellen sie sich vor, ein hochbetagter Mensch hatte eine Operation mit Vollnarkose und anschließend eine Intensivmedizinische Behandlung und leidet nun an Konzentrationsschwäche und Vergesslichkeit und hat Mühe sich zu orientieren. Eine Maßnahme der Ergotherapie ist es dann mit gezieltem Hirnleistungstrainig die geistigen Fähigkeiten wieder zu verbessern.

Oder stellen Sie sich vor, jemand hat durch einen Sturz eine Oberarmfraktur und kann den rechten Arm nur sehr eingeschränkt benutzen. Sie können sich Ihr Brot nicht mehr schmieren, sich nicht mehr alleine waschen und anziehen. Ein alter Mensch kann diese Einschränkung nicht einfach kompensieren. Die ungewohnte linke Hand zu benutzen fällt sehr schwer. Ein Ziel der Ergotherapie ist dann gemeinsam mit dem Patienten Kompensationsstrategien zu entwickeln. Es werden z.B. Hilfsmittel, wie die Benutzung eines Einhänderbrettes geübt oder die Geschicklichkeit der linken Hand geübt.

Ein weiteres häufiges Krankheitsbild in der Geriatrie sind hüftgelenksnahe Frakturen, die zu einer erheblichen Immobilität der Patienten führen können. Hier ist es sehr wichtig die Grundmobilität zu fördern und die Gehfähigkeit für Alltagshandlungen wieder herzustellen.

Aber was ist dann der Unterschied zur Physiotherapie?
Das ist eine Frage, die wir Ergotherapeuten sehr häufig zu beantworten haben. Bei den Patienten, deren Einschränkungen im körperlichen Bereich liegen, gibt es viele Überschneidungen von Ergo- und Physiotherapie. Dem „Handlungsproblem“ liegen hier physiologische Ursachen zu Grunde: Weil der Patient den gebrochenen Arm nicht mehr einsetzen kann, kann er sich kein Essen mehr zubereiten, weil der Patient mit der Oberschenkelhalsfraktur nicht mehr gehen kann, kann er nicht selbstständig die Toilette benutzen. Ergotherapeuten arbeiten deshalb, ähnlich wie Physiotherapeuten, an Körperstrukturen und -funktionen, wie zum Beispiel der Gehfähigkeit oder dem Gleichgewicht, um Handlungsfähigkeit überhaupt wieder ermöglichen zu können. Aber unser Schwerpunkt ist handlungsorientiert und fokussiert auf die Alltagsfähigkeiten der Patienten.