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Brustzentrum Klinikum Bielefeld: Yoga-Angebot für Brustkrebspatientinnen für weitere drei Jahre gesichert

Die Patientinnen des Brustzentrums beim Yoga im Klinikum Bielefeld.

Die Bielefelder Marlies und Herbert Repkow Stiftung finanziert für weitere 3 Jahre zwei Yoga-Kurse für Brustkrebspatientinnen des Klinikum Bielefeld.

Eine Brustkrebserkrankung endet für viele Patientinnen nicht mit Operation, Chemotherapie, Bestrahlung oder antihormoneller Therapie. Häufig bleiben Fragen, Unsicherheiten und Beschwerden, die den Alltag deutlich prägen: Erschöpfung, Schlafstörungen, Gelenkbeschwerden, Hitzewallungen, innere Anspannung oder das Gefühl, dem eigenen Körper nicht mehr vollständig vertrauen zu können. Genau hier setzt das Brustzentrum im Klinikum Bielefeld – Mitte an. Es verbindet moderne, leitliniengerechte Brustkrebsmedizin mit einer umfassenden Begleitung, die auch die Zeit während und nach der eigentlichen Tumortherapie im Blick behält.

Das zertifizierte Brustzentrum bietet Patientinnen mit Brustkrebs eine strukturierte Versorgung, in der Diagnostik, Therapieplanung, operative Behandlung, medikamentöse Systemtherapie, Nachsorge und supportive Beratung eng miteinander verzahnt sind. Unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. med. Sebastian Wojcinski stehen nicht nur medizinische Qualität und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, was Patientinnen brauchen, um während und nach der Erkrankung wieder Stabilität, Vertrauen und Lebensqualität zu gewinnen.

Zum Behandlungskonzept gehören deshalb auch Beratung zu Rehabilitation, Physiotherapie, Wundpflege, Ernährung, Bewegung, Sport, Nebenwirkungen und seelischer Stabilisierung. Ein besonderes Angebot ist der Yoga-Kurs für Patientinnen des Brustzentrums. Er richtet sich sowohl an Frauen unter laufender Therapie als auch an Patientinnen in der Nachsorge. Geleitet wird der Kurs von Vanessa Duttenhöfer, Diplom-Sportwissenschaftlerin und Yogalehrerin. Durch die erneute finanzielle Unterstützung der Marlies und Herbert Repkow Stiftung kann das Angebot nun für weitere drei Jahre kostenlos für die Teilnehmerinnen fortgeführt werden.

„Viele Patientinnen fragen nicht nur nach der besten Operation oder der wirksamsten medikamentösen Behandlung. Sie möchten wissen, wie sie wieder Vertrauen in ihren Körper finden, wie sie mit Erschöpfung umgehen und was sie selbst aktiv beitragen können. Genau hier setzen Angebote wie Yoga an“, sagt Priv.-Doz. Dr. Sebastian Wojcinski, Chefarzt des Brustzentrums im Klinikum Bielefeld.

Auch wissenschaftlich ist dieser Ansatz gut begründet. Yoga zählt zu den sogenannten Mind-Body-Verfahren. Damit sind Methoden gemeint, die körperliche Bewegung, Atmung, Entspannung und bewusste Körperwahrnehmung miteinander verbinden. Ziel ist nicht die Behandlung des Tumors selbst, sondern die Unterstützung von Körper und Psyche im Umgang mit Erkrankung, Therapie und Nebenwirkungen. In den AGO-Empfehlungen 2026 werden Mind-Body-Verfahren einschließlich Yoga als unterstützende Maßnahmen bei Brustkrebspatientinnen genannt; für Yoga wird dort Evidenz für Verbesserungen von Lebensqualität und Fatigue beschrieben. Fatigue bezeichnet eine tumor- oder therapiebedingte Erschöpfung, die über normale Müdigkeit hinausgeht und sich durch Schlaf allein oft nicht ausreichend bessert. Die S3-Leitlinie Mammakarzinom verweist bei komplementärmedizinischen Verfahren auf die Querschnittleitlinie Komplementärmedizin und benennt für Patientinnen mit Brustkrebs supportive Verfahren zur Verbesserung von Symptomen und Lebensqualität unter Tumortherapie. Auch internationale Studien stützen diesen Ansatz. In einer Cochrane-Übersicht wurden 24 Studien mit insgesamt 2.166 Teilnehmerinnen ausgewertet; danach kann Yoga als unterstützende Maßnahme Lebensqualität, Fatigue, Schlafstörungen, Depression und Angst günstig beeinflussen. Eine aktuelle Metaanalyse von 18 Studien fand bei Brustkrebspatientinnen unter Yoga ebenfalls Verbesserungen der krebsassoziierten Fatigue, der Schlafqualität, von Angst und Depression sowie der Lebensqualität.

„Der Kurs wird sehr gut angenommen, weil er niedrigschwellig ist und den Patientinnen einen geschützten Raum gibt“, sagt Lidia Henschel, Breast Care Nurse im Brustzentrum. „Viele Frauen erleben dort, dass sie trotz Therapie, Nebenwirkungen oder Unsicherheit wieder etwas für sich tun können. Das stärkt nicht nur körperlich, sondern auch emotional.“ Auch aus Patientinnensicht wird das Angebot als hilfreich erlebt. Die Teilnehmerinnen berichten, dass sie während der Behandlung oft das Gefühl hätten, ihr Körper funktioniere nicht mehr so, wie sie es kennen. Im Yoga-Kurs könnten sie wieder vorsichtig in Bewegung kommen. Außerdem würde in dieser Stunde nicht nur die Krankheit im Mittelpunkt stehen, sondern sie selbst.

Benedikt Weiling, Vorstand der Marlies und Herbert Repkow Stiftung, sagt zu dem Projekt: „Es freut uns sehr, dass wir dieses Angebot erneut ermöglichen können. Der Yoga Kurs stärkt Patientinnen körperlich wie emotional und begleitet sie auf einem Weg, der oft von Unsicherheit geprägt ist“. Yoga ersetzt keine onkologische Therapie. Es ergänzt sie. Genau darin liegt der Wert des Angebots: Medizinische Exzellenz, strukturierte Behandlung und menschliche Begleitung werden im Brustzentrum Klinikum Bielefeld zusammengeführt. Das Ziel ist, Patientinnen während und nach der Brustkrebstherapie nicht nur sicher zu behandeln, sondern sie auch darin zu unterstützen, Kraft, Stabilität und Lebensqualität zurückzugewinnen.

 

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